"Atomgipfel": Noch alles offen
Gratz: "Überwältigende Mehrheit" im Parlament nötig
(AZ). VölIig offen war Mittwoch zu Redaktionsschluß dieser Ausgabe das Ergebnis des "Atomgipfels", zu dem der wiedergenesene, Bundeskanzler Kreisky und ÖVP-Obmann Taus in den frühen Abendstunden zusammentrafen. Das Treffen diente dem Versuch, eine Möglichkeit für einen gemeinsamen Beschluß von SPÖ und ÖVP über die Kernkraftnutzung zu suchen. Wiens Bürgermeister Gratz sagte Mittwoch, eine Entscheidung über die Inbetriebnahme von Zwentendorf könne die Regierung erst fällen, wenn "eine überwälitigende Mehrheit Im Parlament dafür ist".
Diese Mehrheit, so Gratz, müsse über die Mehrheit der SPÖ im Nationalrat hinausreichen. Gratz betonte die Bedeutung aller Sicherheitsmaßnahmen und sagte, er sage zur Atomenergie nicht nein, wenn die Müllagerung gelöst ist.
Der ÖVP warf Gratz Zwiespältigkeit vor, da ihre Landespolitiker, deren E-Gesellschaften an
Zwentendorf beteiligt sind, auf eine Inbetriebnahme drängen, die ÖVP als Partei aber keine Verantwortung tragen will.
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